Gynäkologie

Poliklinik

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Dysplasie-Sprechstunde PDF Drucken E-Mail

 

Dysplasie-Sprechstunde
Dysplasie-Sprechstunde
Bei Ihnen wurden veränderte Zellen im Vorsorgeabstrich festgestellt.  Diese Ergebnisse verursachen häufig Angst und Unruhe, dabei handelt es sich in den meisten Fällen nicht um eine Krebserkrankung, sondern um eine Vorstufe dazu, aus der sich möglicherweise bei Nichtbehandlung einmal ein Gebärmutterhals-Krebs entwickeln könnte.
Diese Entwicklung zum Gebärmutterhals-Krebs benötigt für ihre Entstehung jedoch einen langen Zeitraum, sodaß genügend Zeit besteht, in aller Ruhe aber mit Fachkompetenz diese Veränderungen zu diagnostizieren, um dann mittels einer sehr individuellen und differenzierten Therapie diese Krebsvorstufen zu entfernen. In der Dysplasiesprechstunde der Kieler Frauenklinik werden solche Veränderungen schnell abgeklärt und bestimmt, um welche Art und welchen Grad an Veränderungen es sich handelt.
Wir haben langjährige Erfahrung mit allen Erkrankungsbildern auf diesem Gebiet sowie umfangreiche diagnostische Möglichkeiten und können Sie so optimal betreuen.

 

Vorsorgeuntersuchung
Bei der Vorsorgeuntersuchung werden mit Hilfe eines Watteträgers, eines Spatels oder einer Bürste Zellen von der Oberfläche des Gebärmutterhalses abgestrichen, die in einem Labor gefärbt und unter einem Mikroskop beurteilt werden. Die Einteilung des sogenannten Pap-Testes erfolgt in 5 Gruppen.

Dabei bedeuten die Gruppen I und II, dass es sich um einen krebsunverdächtigen Abstrich handelt.
Die Gruppe III ist zweifelhaft, da der Untersucher (Zytologe im Labor) sich nicht festlegen kann, ob der Abstrich unverdächtig oder eventuell doch verdächtig erscheint. Kontrollen sind häufig notwendig.
Bei der Pap-Gruppe IIID und IVA legt sich der Untersucher (Zytologe) fest, daß es sich nicht um einen Krebs, jedoch bereits um eine Krebsvorstufe handelt.
Bei der Pap Gruppe IVB könnten sich die Veränderung gerade von einer Vorstufe zu einem Krebs entwickeln.
Die Pap-Gruppe V zeigt im Zellbild an, daß es sich vermutlich bereits um einen Gebärmutterhals-Krebs handelt.

All diese Pap-Gruppen stellen lediglich Verdachtsdiagnosen dar, sodaß die endgültige Diagnose erst mit Hilfe anderer Untersuchungsmethoden gestellt werden kann. Dazu dient die Beurteilung des Gebärmutterhalses mit Hilfe eines Mikroskopes (Differenzialkolposkopie) und die Gewebsuntersuchung, die durch eine Probeentnahme aus dem verdächtigen Bezirk gewonnen wird (Histologie). Erst die Kombination dieser Untersuchungsmöglichkeiten führt zu einer genauen Diagnose, so daß dann eine individualisierte Behandlung empfohlen werden kann.

Welche Untersuchungsmethoden werden in der Dysplasiesprechstunde angewandt?
Uns stehen grundsätzlich 4 Möglichkeiten zur Verfügung:

  1. Die Untersuchung sollte mit einer Betrachtung der Haut und der Schleimhäute im einsehbaren Bereich der Genitalorgane mit bis zu 30 facher optischer Vergrößerung. Bereits durch diese lupenoptische Betrachtung werden Veränderungen sichtbar, die von der Norm abweichen. Diese Untersuchung heißt Kolposkopie.
  2. Von dieser Region und aus dem Gebärmutterhals werden getrennt mit einem Wattetupfer oder besonderen Abnahmeinstrumenten (Spatel, Zellbürste) Zellabstriche entnommen (Zytologie). Kolposkopie und Zellabstrich (Zytologie) ermöglichen speziell ausgebildeten Ärzten in mehr als 95% eine richtige Diagnosestellung.
  3. In gleicher Weise entnommene Proben dienen dem Nachweis von humanen Papillomviren (HPV). Diese Untersuchung ist nur in ausgewählten Fällen notwendig. Oft werden krankhafte Veränderungen erst nach Betupfen der Schleimhaut mit Essigsäure oder Jod sichtbar.
  4. Bei verdächtigen Befunden der Zytologie und/oder der Kolposkopie ist die Entnahme einer Gewebeprobe aus dem auffälligsten Areal der Haut- bzw. Schleimhautveränderung notwendig. Die daraus vorgenommene mikroskopische Untersuchung (Histologie) ergibt eine sichere Diagnose über den Schweregrad der Veränderung und ist die Voraussetzung für die Festlegung der endgültigen Therapie.

Bei auffälligen Befunden werden Sie von Ihrer Frauenärztin / Ihrem Frauenarzt an die Kieler Frauenklinik, speziell die Dysplasiesprechstunde, überwiesen.