Endometriosesprechstunde
Könnte bei Ihnen eine Endometriose vorliegen?
Ltd. OA Dr. Th. Schollmeyer
Charakteristisch sind wiederkehrende, im Zusammenhang mit der Menstruation auftretende Unterbauchschmerzen, manchmal auch Darmschmerzen oder Schmerzen beim Wasserlassen. Im Laufe der Zeit können aber auch chronische regelunabhängige Schmerzen im Unterbauch, Kreuzschmerzen, Blutungsstörungen, Schmierblutungen sowie Schmerzen bei Stuhlgang und Wasserlassen auftreten. Das Ausmaß der Beschwerden korreliert dabei nicht immer mit der Schwere der Erkrankung, das heißt, geringe Befunde können heftige Beschwerden verursachen, während ausgedehnte Befunde unter Umständen auch ohne Beschwerden einhergehen können. Weiterhin liegt bei vielen Frauen mit langjährig unerfülltem Kinderwunsch eine Endometriose vor.
Was ist Endometriose?
Als Endometriose wird das Auftreten von der Gebärmutterschleimhaut ähnlichem Gewebe im Becken- und Bauchraum bezeichnet. Endometrioseherde in der Gebärmuttermuskulatur werden als Adenomyosis uteri bezeichnet. Die Endometriose tritt fast ausschließlich während der reproduktiven Phase auf. Man schätzt, dass bei ca. 30 % der weiblichen Bevölkerung eine Endometriose vorliegt, allerdings ist die Hälfte der Betroffenen beschwerdefrei. Bei jeder zweiten bis dritten Frau mit unerfülltem Kinderwunsch läßt sich eine Endometriose makroskopisch und mikroskopisch nachweisen.
Woher kommt eine Endometriose?
Die genaue Ursache der Endometriose ist nach wie vor unbekannt, es existieren zahlreiche Theorien über Entstehung und Ausbreitung. Wahrscheinlich ist ein komplexes Geschehen aus genetischen, entzündlichen, immunologischen, hormonellen und möglicherweise auch iatrogenen Faktoren für Entstehen und Wachstum einer Endometriose verantwortlich.
Wie kann man feststellen, ob bei Ihnen eine Endometriose vorliegt?
Neben den vorhandenen Schmerzen oder dem unerfüllten Kinderwunsch können auch gynäkologische Untersuchungsbefunde weitere Hinweise geben: Schmerzhaftigkeit der Untersuchung, Knoten, Eierstockszysten. Außer der normalen gynäkologischen Untersuchung, die bei Unterbauchbeschwerden auch immer eine Untersuchung vom Darm her beinhalten solltem, spielt der Ultraschall, in selteneren Fällen auch eine Magnetresonanztomographie (MRT, Kernspin) eine wichtige Rolle bei der Diagnose. Allerdings können hierbei kleine Herde nicht erkannt werden. Sind Beschwerden beim Stuhlgang oder beim Wasserlassen vorhanden, so sollte ggf. eine Koloskopie (Darmspiegelung), transanale Rektosonographie (Ultraschalluntersuchung durch den Enddarm) und/oder Zystoskopie (Blasenspiegelung) zur weiteren Abklärung durchgeführt werden. Die einzige sichere diagnostische Möglichkeit um Vorhandensein und Schweregrad einer Endometriose festzustellen, ist die Bauchspiegelung mit der Entnahme von Gewebeproben.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Operative Therapie:
Die Bauchspiegelung (Pelviskopie) ist die Standardoperation zur Diagnose und Therapie der Endometriose. Die Verbesserung des Instrumentariums und die zunehmende Erfahrung der Operateure erlaubt derzeit eine operative Behandlung per Endoskop auf hohem Niveau und ein Bauchschnitt ist nur in Sonderfällen nötig. Die Vorteile der Pelviskopie sind die exzellente Möglichkeit zur Beurteilung des gesamten Bauchraumes durch die Entfaltung der Bauchorgane und durch den Vergrößerungseffekt der endoskopischen Optiken. Problematisch ist die Beurteilung der Infiltrationstiefe und die fehlende Möglichkeit des Tastens. Je nach Ausmaß der Endometriose und Wachstumstyp muß die geeignete OP-Technik gewählt werden. Oberflächliche Herde werden meist entfernt oder durch Strom, Laser, Ultraschall zerstört. Tieferliegende Endometrioseherde müssen im Ganzen ausgeschnitten werden.
Medikamentöse Therapie:
Die Empfehlung zur medikamentösen Therapie hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie:
- Art der Symptome
- Alter der Patientin
- Kinderwunsch
- Lokalisation der Endometriose
- Schweregrad der Erkrankung
- Aktivitätsgrad der Endometriose
(Farbaspekt, Wachstumstyp, Differenzierungsgrad, endokrine Modulation, Rezeptorenkonzentration)
Da je nach Wachstumstyp, Lokalisation und Beeinflussbarkeit durch Hormone unterschiedliche therapeutische Strategien angezeigt sind, wird der individuelle Behandlungsplan gemeinsam mit der Patientin festgelegt werden. Entscheidend sind dabei Art und Ausmaß der Beschwerden, Art und Ausmaß der Endometriose, Alter der Patientin auch das therapeutische Ziel: z.B. Kinderwunsch oder Schmerzreduktion. Das hauptsächliche Prinzip der medikamentösen Behandlung ist momentan der Östrogenentzug. Dieser führt zum Wachstumsstillstand, manchmal auch zur Rückbildung der Herde. Weiterhin gehören aber durchaus auch antientzündliche Medikamente und Schmerzmittel zur langfristigen Therapie.
Kombinierte Therapie:
Meist bringt die kombinierte Therapie aus Operation und anschließender medikamentöser Therapie die besten Erfolge. Zusätzlich können auch spezielle Krankengymnastik, Bindegewebsmassagen, regelmäßige körperliche Betätigung sowie alternative Heilmethoden (Akupunktur, Phytotherapie, TCM) zur Linderung und Heilung beitragen.
Rezidivprophylaxe:
Da die Entstehung der Erkrankung unklar ist, gibt es keine wirklichen wissenschaftlich gesicherten Daten zur Rezidivprophylaxe, so dass nach allen heute zur Verfügung stehenden Behandlungen auch nach Kombinationstherapien Rezidiverkrankungen auftreten. Lange Stillphase und die Einnahme von Ovulationshemmern (Kombinationspräparate) mit niedrigem Östrogenanteil und einem Gestagen mit niedriger Transformationsdosis scheinen das rezidivfreie Intervall zu verlängern.
Die Endometriosesprechstunde findet am Donnerstagnachmittag statt. Hier führen wir Beratung und Therapieplanung bei bekannter Endometriose oder bei einem Verdacht auf Endometriose durch. Einen Termin können Sie unter 0431-5972077 vereinbaren. Bitte bringen Sie einen Überweisungsschein (vom Frauenfacharzt oder Hausarzt) und alle vorhandenen Unterlagen (OP-Berichte, Befunde von MRT, usw.) mit.
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